20. Juli 2020 jkoenig

Unsere Mitarbeiter:
Yonas – Nach Julius der erste Bäcker im Team, Papa und leidenschaftlicher Akrobat.

Yonas ist seit Tag eins als Bäcker bei Julius Brantner Brothandwerk dabei und sorgt in den frühen Morgenstunden mit Tanzmoves (am liebsten zu Michael Jackson), Jonglierkünsten und Gesangseinlagen für gute Laune.

Yonas, du bist als Julius’ allererster Mitarbeiter seit Tag eins dabei und kennst vermutlich die meisten Geheimnisse… Wie habt ihr zueinander gefunden?

Das hat sich eher zufällig ergeben, denn nach meinem letzten Job wollte ich eigentlich nicht mehr als Bäcker arbeiten. Als ich Julius’ Ausschreibung sah, habe ich mit meiner Freundin darüber gesprochen: »Denkst du, ich soll es vielleicht doch nochmal als Bäcker probieren?« Sie meinte: »Yonas, du hast nichts zu verlieren, gib’ ihm einfach eine Chance!« Mir hat sofort gefallen, dass die Bäckerei von Julius ein kleiner Laden mit einem überschaubaren Sortiment ist. Also habe ich ihm meine Unterlagen geschickt – nur leider ist mir ein Fehler unterlaufen, ich habe die falsche Telefonnummer angegeben. Lustig war, dass mir Julius dann eine Email hinterhergeschickt hat und mir schrieb, dass er mich telefonisch nicht erreichen kann. So kam der Kontakt doch noch zustande. Bei unserem ersten Treffen haben wir uns auf Anhieb super verstanden. Die Begegnung mit Julius hat bei mir einen tollen Eindruck hinterlassen, und ich habe direkt am nächsten Tag bei ihm angefangen. Seitdem bereitet es mir große Freude, mit Julius zu arbeiten.

 

Du kennst die Branche also schon ganz gut. Würdest du Julius als typischen Bäckermeister beschreiben?

Nein, ganz im Gegenteil, er ist vom Charakter her locker und lustig, bei der Arbeit immer sehr fleißig. Ich hatte zuvor schon viele Chefs, doch Julius ist ganz anders. Was ich am meisten an ihm schätze: Er arbeitet wahnsinnig gern. Ich liebe es, wenn der Chef mitarbeitet und die Mitarbeiter motiviert. Dann denke ich mir als Angestellter: »Oh wie schön, ich möchte genauso arbeiten wir er!« Julius ist ein Vorbild für mich. Auch wenn ich davor schon mehrere Jahre Erfahrung als Bäcker gesammelt hatte, konnte ich hier innerhalb von einem Jahr so viel mehr dazulernen!

 

Bei euch scheint auch immer gute Stimmung zu sein! Was gefällt dir am meisten an der Bäckerei?

Die Atmosphäre! Hier herrscht jeden Tag gute Laune. Eigentlich bin ich überhaupt kein Frühaufsteher, aber seit ich bei Julius arbeite, habe ich morgens eher das Gefühl, ich würde Feiern gehen. (lacht) Ich freue mich immer auf die Arbeit und darauf, Zeit mit dem Team zu verbringen. Während der Schicht versuchen wir immer, einen Tick besser und schneller zu werden, und spornen uns gegenseitig an. Wir lachen sehr viel, oder tanzen in der Backstube, Julius macht dann sehr komische Bewegungen. (lacht) Es macht so viel Spaß, ich liebe es sehr!

 

Ihr seid nicht nur ein besonderes herzliches, sondern auch ein sehr internationales Team, wo jeder unterschiedliche Dinge mitbringt. Wie viele Kollegen seid ihr jetzt?

Ich glaube, zu zehnt sind wir jetzt insgesamt. Nach Julius war ich der Erste, der mit ihm hier angefangen hat. Dann kam Misa aus Japan ins Team, danach Anne aus Luxemburg, Barry aus Nigeria, Philipp aus Bayern, und so weiter. Wir sind viele geworden, weil auch die Arbeit immer mehr wurde.

 

Du stammst ursprünglich aus Äthiopien, wie lange bist du schon in Deutschland?

Ich bin seit 2009 in Deutschland, zuerst habe ich in Bad Tölz gewohnt, wo ich meinen Schulabschluss und meine Ausbildung absolviert habe, danach bin ich nach München gezogen.

Bevor ich zu Julius kann, hatte ich zwei Jahre lang daran gezweifelt, ob es wirklich die richtige Entscheidung gewesen ist, nach München zu kommen. Es wurde mir hier oft nicht leicht gemacht, beispielsweise bei der Wohnungssuche. Bei meiner ersten Bäckerstelle in München gab es eine Dienstwohnung, die mir überhaupt nicht gefallen hat, und als ich mir eine eigene Wohnung gesucht habe, war es wirklich schwierig. Hier muss man oft stark sein. Aber Julius ist ja selbst nicht aus München und hat hier auch neu angefangen. Er wusste also von Anfang an genau, wovon ich spreche. Bei vielen organisatorischen Dingen hat er mir sehr geholfen.

»Wir sind ein tolles Team! Am liebsten würde ich so lange bei Julius arbeiten, bis mein Sohn auch hier anfängt.«

Mittlerweile lebst du mit deiner Freundin und deinem kleinen Sohn hier in der Nähe. Was macht ihr normalerweise, wenn du frei hast?

Wir machen sehr gerne Unternehmungen in und um München, zum Beispiel fahren wir in den Tierpark oder zu Sealife. Je nachdem, worauf mein Sohn Markon Lust hat…. Manchmal suchen wir neue Ausflugsziele über das Internet und versuchen alle seine Wünsche zu verwirklichen. Das macht mich sehr glücklich, ihn hier aufwachsen zu sehen. Wenn man ein Kind hat, passiert jede Woche etwas Neues, das ist sehr aufregend. Am Anfang hatte ich Sorge, ob ich ein guter Vater bin, aber es ist einfach so schön, wie sich mit ihm verändert alles hat. Wenn ich frei habe, ich bin am liebsten nur mit meiner Familie zusammen, das macht mich sehr glücklich. Besonders, weil ich sonst keine Verwandten hier habe.

 

Schmeckt deinem Sohn auch das Brot von Julius?

Er liebt es! Für den Kindergarten bekommt er immer Brot von Julius Brantner zum Frühstück eingepackt, das schmeckt ihm sehr gut. Mein persönliches Lieblingsprodukt ist das Bio Lichtkornroggenbrot mit fermentierten Äpfeln. Meine Freundin und Markon sind auch Lichtkornroggenbrot-Fans. Mein Sohn ist vier Jahre alt, er wächst quasi mit den Produkten von Julius auf und gehört hier zur Familie. Er kommt sehr gerne in die Backstube und schaut sich alles an.

 

Wenn du an das Sortiment von Julius denkst, gibt es etwas, was du dir vielleicht noch wünschen würdest?

Ich würde mir wünschen, dass Julius Brezen ins Sortiment aufnimmt. Ich habe das Gefühl, dass die Kundschaft sich sehr darüber freuen würde, und in Bayern hat die Breze einfach einen besonderen Stellenwert. Vielleicht wären auch noch ein paar süße Teile ganz schön für unser Sortiment, aber vor allem wünsche ich mir Brezen. Öfters fragen die Leute danach, und natürlich auch mein Sohn….

 

Was isst er sonst gerne? Was kocht ihr normalerweise zuhause?

Meine Freundin kocht oft äthiopisches Essen, vor allem Injera*. Wir versuchen, immer zusammen zu essen und den Speiseplan gut abzuwechseln. Markon schmecken auch viele andere Dinge, er liebt zum Beispiel Spaghetti.

 

Wie schmeckt das Brot in Äthiopien im Vergleich zu Deutschland?

Meist wird dort eine Art Fladenbrot gegessen, für das es aber auch kein richtiges Rezept gibt, denn viele Äthiopier backen nach Gefühl und mit viel Fantasie. Manchmal zum Beispiel mit Hirse- oder Buchweizenmehl. Es schmeckt bei jeder Familie anders und ist kein Vergleich zum deutschen Vollkornbrot. (lacht)

 

Was ist dein Wunsch für die Zukunft hier bei Julius?

Ich wünsche uns allen Gesundheit, und dass es noch lange Zeit so weitergeht. Wir sind ein tolles Team! Am liebsten würde ich so lange bei Julius arbeiten, bis mein Sohn auch hier anfängt. (lacht)

*Injera ist ein Nationalgericht aus Äthiopien und Eritrea, das als Grundnahrungsmittel einen hohen Stellenwert hat. Es besteht aus Teffmehl, frischer Hefe, Wasser und etwas Salz, und wird mit reichhaltigen, pikanten Ragouts oder Würzpaste serviert.